Geschichte / Buchauszüge

Geschichte zu Feucht

Feucht liegt mitten im Lorenzer Reichswald. Die alte Handelsstraße von Nürnberg nach Regensburg führte durch Feucht und prägte  den Ort über die Jahrhunderte hinweg. In guten Zeiten kamen Kaufleute, Pilger und allerlei fahrendes  Volk durch den Ort, in schlechten Soldaten und Marodeure, die dem Ort Unheil brachten.

Ursprünglich war Feucht ein Rodungs- und Straßendorf ohne einem einheitlichen Ortskern. Die Bevölkerung ging in der Regel der Landwirtschaft nach. Neben der Kirche gab es Handwerksbetriebe wie Bäcker, Metzger, Brauer, Schmiede usw. Der Wald hatte zunächst als Bienenweide für die Bevölkerung Bedeutung, wurde dann aber von der Reichsstadt Nürnberg als Bau- und Brennholzreservoir benutzt. Drei Herrensitze dienten Nürnberger Familien sowohl zur Geldanlage als auch zur Erholung auf dem Lande. Nürnberg wirkte Jahrhunderte lang als die bestimmende Macht.

1806 wurde Feucht Teil des Königreiches Bayern. Alte Privilegien verschwanden und die moderne bayerische Verwaltung stellte die Rechtsgleichheit der Bürger her. Überregionale Verkehrsprojekte wie der Bau des König-Ludwig-Donau-Main-Kanals und der Eisenbahnlinie nach Regensburg mit Nebenbahnen nach Altdorf und Wendelstein erzeugten große Entwicklungsschübe. Feucht wuchs. Neue Gewerbe ließen sich nieder. Die nach der Reformation  rein evangelische Bevölkerung bekam Zuzug aus der katholischen Oberpfalz, sodass heute neben der evangelischen St. Jakobskirche die katholische Herz-Jesu-Kirche das Ortsbild prägen.

Im 20. Jahrhundert stellten die beiden Weltkriege entscheidende Zäsuren dar. Im August 1943 wurde der Ort durch einen Bombenangriff stark verwüstet.  Seit 1918  setzte das Ringen um Demokratie oder Diktatur ein. Trotz einer respektablen Arbeiterbewegung kamen die Nationalsozialisten an die Macht, bis nach dem Kriegsende 1945 demokratische Strukturen aufgebaut werden konnten. Viele Flüchtlingen und Heimatvertriebene fanden in Feucht eine neue Bleibe. Der Wiederaufbau des Rathauses, der beiden Kirchen und vieler Wohnhäuser setzte hoffnungsvolle Akzente. Im Rahmen der Gebietsreform wurde Moosbach eingemeindet und heute stellt sich Feucht als prosperierende Kommune im Landkreis Nürnberger Land dar.

Verfasst von  Konrad Barthel unter Verwendung der Texte von Alexander Büttner und Martin Schieber („Feucht, Chronik durch die Jahrhunderte“, Feucht 2011) und Dr. Wilhelm Schwemmer („Alt Feucht, zur Geschichte einer Markgemeinde am Lorenzer Reichswald“, Feucht 1977).

 

 



  Zeitstrahl aus dem Buch FEUCHT Ein Streifzug durch die Geschichte

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